Sanskrit: Arda Matsyendrasana

Der Drehsitz ist auch einer dieser unbeliebten Haltungen, form vollendet sieht es aus wie ein Knoten und als Anfänger fragt man sich „Was ist das denn? Und wie komme ich da jemals rein geschwiege denn wieder raus?“

Ich kann mich nicht mehr ganz daran erinnern, wie ich das erste Mal den Drehsitz geübt habe, im Vergleich zu sitzenden Vorwärtsbeuge (siehe auch Blogbeitrag dazu), wo mir viele Erinnerungen im Kopf sind. 

Doch bevor ich ins Detail gehe möchte ich dir etwas an Fakten darüber erzählen und die Wirkungen dieser wunderbaren Asana. Ich beschreibe dir hier die Variante aus dem Langsitz, meiner Erfahrung nach ist diese Variation anfängertauglich und oft bleibt sie auch die beste Möglichkeit. Du sitzt im Langsitz, spürst beide Sitzbeinhöcker auf der Matte, die Beine sind lang, der Rücken aufgerichtet. Gerne kannst du auch die Arme einmal nach oben geben und den Rücken in die Länge strecken. Lege die Arme locker auf den Oberschenkeln ab. Für die Drehung nach rechts stellst du das rechte Bein auf und stellst dann den Fuß neben das linke Knie. Der Rücken bleibt gerade. Einatmend beide Arme wieder in die Länge strecken, Sitzbeinhöcker bleiben auf der Matte, Schulter unten.  Ausatmend drehst du dich im oberen Rücken, also im Bereich der Brustwirbelsäule, nach rechts, legst den linken Arm locker auf dem rechten Knie ab. Hier darfst du wirklich locker bleiben, du brauchst nichts festhalten. Der rechte Arm wird in den Rücken gelegt oder hinter dem Rücken aufgestellt. Einatmend streckst du dich gedanklich nach oben und ausatmend gehst du noch etwas in die Drehung hinein. Hier verweilst du am Anfang für 10 Atemzüge, dann nimmst du einatmend beide Arme nach oben, drehst dich nach vorne und löst die Stellung auf. Nachspüren. Auf der anderen Seite ebenfalls üben. 
Nun zu den körperlichen Wirkungen. Der obere Rücken wird gedreht, dadurch wird die Wirbelsäule flexibel, weiterhin kommt es zur Dehnung und Stärkung der Muskeln im Oberköperbereich. Die Asana kann, besonders bei längerem Halten, sehr entspannend und beruhigend wirken. Es kommt zu einer Massage der Bauchorgane, was u.a. bei Verstopfung helfen kann. Energetisch ist es eine der wichtigsten Übungen, da wichtige Chakren angesprochen und aktiviert werden. 

Ich kann hier nur sagen: Ich liebe den Drehsitz. Ich freue mich jedes Mal, wenn in einer Yogastunde, bei der ich Schülerin bin, diese Asana geübt wird. 2-3 Atemzüge und spüre die entspannende Wirkung dieser Haltung. Ja, diese Übung tut mir gut. Gerade dann, wenn ich im oberen Rücken nach turbulenten Tagen verspannt bin, baue ich diese Übung gerne in meine Yogapraxis ein. 

Diese Asana soll wohl auch dabei helfen, nach links und rechts zu schauen, flexibel zu werden oder zu bleiben und sich selbst treu zu bleiben. Auch ein netter Gedanke, oder?

Tut dir der halbe Drehsitz auch so gut wie mir?

25. Juni 2019